An diesem Wochenende waren die Judoka des JCWK bei den Deutschen Meisterschaften in Leipzig am Start.
Für die JC-Familie spricht, dass die vier beteiligten Familien ihre Hotelzimmer stets für das ganze Wochenende buchen, um auch am jeweils anderen Tag die JC-ler zu unterstützen. Und vielleicht machte genau das den Unterschied, sodass das JC-Team letztendlich zwei Deutsche Meisterinnen mit nach Hause brachte.

Aber lieber der Reihe nach…
Einziger männlicher Vertreter in diesem Jahr war Phil Cabecana, der in einer starken Gewichtsklasse -60kg an den Start ging. Nach einem souveränen Sieg musste Phil eine denkbar knappe Niederlage hinnehmen. Vor seinem Trostrundenkampf gab es dann technische Probleme, sodass beide Kämpfer schon aufgerufen, zwanzig Minuten warten mussten. Dies brachte den jungen Löwen irgendwie aus dem Konzept, sodass der Kampf verloren ging, doch Phil kann auch im nächsten Jahr noch einmal angreifen.

Am Sonntag waren dann die Mädels an der Reihe.
Ida von Grünberg hatte mit ihrer Quali -63kg schon bewiesen, dass immer zu rechnen sein muss mit ihr. In einem großen Teilnehmerfeld ließ sie sich von einer Auftaktniederlage in der Verlängerung nicht entmutigen. Anschließend zeigte Ida Löwenbiss und insbesondere im Boden große Durchsetzungskraft. So ging sie auf nationalem Terrain zwei Mal verdient als Siegerin von der Matte. Im Einzug um die Platzierungskämpfe konnte sie sich dann aber nicht durchsetzen und unterlag durch eine mittlere Wertung. Coach Kaweh Scheida lobte Ida für ein „ausgezeichnet starkes Turnier“.

Parallel zu Ida kämpfte Hannah Glauner in ihrer neuen Gewichtsklasse -57kg. Da sie im vergangenen Jahr an Ort und Stelle den Titel  -52kg gewonnen hatte, ruhte ein gewisser Druck auf dem Wermelskirchener Talent. Hannah ließ sich dies aber nicht anmerken. Mit einer beeindruckenden Ruhe und Dominanz marschierte sie durch die Vorrunde und stand nach weniger als drei Minuten Gesamtkampfzeit im Halbfinale. Auch hier war die Überlegenheit der Löwin deutlich zu spüren, aber im Judo kann alles passieren. So jubelte das JC-Lager daheim und vor Ort nach gut der Hälfte der Kampfzeit über den erfolgreich durchgebrachten Haltegriff. Im Endkampf traf Hannah auf die ein Jahr jüngere Leverkusenerin Charlotte Kronenthal. Im reinen NRW-Finale musste Hannah nun auch ein bisschen Ausdauer zeigen, denn die Konkurrentin hatte ihre Vorrunde ebenso ungefährdet gewonnen und war gut auf die amtierende Meisterin eingestellt. Hannah gelang eine kleine Wertung durch eine Fußtechnik. Den Rest der Zeit zeigte die Löwin einen taktisch klugen Griffkampf, riskierte nicht den großen Wurf und jubelte nach Ablauf der 4 Minuten Kampfzeit verdient über ihren zweiten nationalen Titelgewinn.

Spät am Nachmittag ging dann das Ultraleichtgewicht -40kg auf die Matte. Julia Scheida hatte hier bereits im vergangenen Jahr weit vorne mit gemischt und war nach Stichkampf schlussendlich Zweite geworden. In diesem Jahr sorgte das Nesthäkchen der Familie Scheida jedoch für klare Verhältnisse. Nach zwei blitzschnellen Siegen im Anzug der älteren Schwester Carolin stand Julia wieder im Endkampf. Hier war dann die von Heimtrainer angepriesene „Maschine Julia“ so richtig zu sehen. Innerhalb der ersten Minute startete die Löwin einen straken Angriff, nutzte geschickt den Übergang in den Boden und hielt die spätere Zweitplatzierte im Haltegriff fest. Gold für Julia und den JCWK!
Somit landet das Team von Trainer Kaweh Scheida auch in 2026 unter den besten Drei Vereinen Deutschlands. Mit zwei Titeln kommen die Wermelskirchenerinnen auf Rang 2 – vor ihnen lediglich der PSV Berlin.