Carolin Scheida und Luke Cabecana erkämpfen Edelmetall bei der DEM der Frauen/Männer in Duisburg.

Am Freitag traf man die zwei sympathischen JCler noch gemeinsam beim Training ihres Heimatvereins im Dojo an.
Luke hatte ordentlich Gas gegeben, um sein Gewicht für Sonntag zu erreichen. Carolin hat damit kein Problem und gehört eher zu den Leichten der 48kg-Klasse. Beide zeigten sich auf jeden Fall fit und motiviert. Zwei Starter des JCs mit Medaillenambitionen hatte es bei den offenen Deutschen Meisterschaften noch nie gegeben. Trainer Akbar Gadoev träumte zurecht schon von den Sternen.

Gemeinsam mit Trainerkollege Kaweh Scheida war er vor Ort, um seine AthletenIn zu unterstützen. Die Anreise war dankbar, denn der PSV Duisburg war erneut Ausrichter der nationalen Titelkämpfe.

Luke Cabecana startete -60kg mit einem schnellen Sieg. Anschließend folgten mehrere Schlachten bei denen der Löwe stets der aktivere Kämpfer war, den Kontrahenten aber nicht siegbringend werfen konnte. So gewann er seine beiden nächsten Kämpfe durch die dritte und letzte Bestrafung seines Gegners in der Verlängerung. Ins Halbfinale hatten sich in dieser Klasse die vier größten Namen der Klasse auf nationalem Terrain durchgesetzt. So traf Luke mit Nikolas Kutscher auf einen alten Bekannten. Die beiden lieferten sich einen tollen Schlagabtausch. Kein Athlet erhielt eine Strafe in einem Duell auf Augenhöhe. In Lukes drittem Golden Score in Folge setzte er Nicolas mit einem Tai-otoshi unter Druck. Doch dieser parierte und brachte den Löwen zu Fall. In der eingestellten Kameraperspektive war es für alle JCler klar, dass der Kampf weiterging (auch die Kommentatoren waren dieser Meinung), doch die Kampfrichter entschieden auf Yuko. Schade, dass dieses erstklassige Duell so beendet wurde, denn die beiden Kämpfer hätten es sicher lieber eindeutiger entschieden. Im Kampf um Bronze war Luke ein wenig der Frust aus diesem Halbfinale anzumerken, doch in konzentrierter Weise machte er folglich kurzen Prozess. Nach weniger als zwei Minuten Kampfzeit war ihm die Bronzemedaille nicht mehr zu nehmen.

Carolin Scheida kam in ihrem Auftaktkampf gut in das Turnier und sammelte insgesamt fünf Wertungen ehe das Ende der Kampfzeit sie zur Siegerin erklärte. Im Viertelfinale hatte sie dann aber gegen eine starke Bottroperin das Nachsehen. So trafen in der Trostrunde zwei Löwinnen aufeinander, denn Caros Kontrahentin, Zoe Hamdan, kämpft seit einigen Jahren im Ligateam der gelb-schwarzen Damen. Auf der Westdeutschen hatte die sympathische Godesbergerin noch die Nase vorn gehabt und den Titel gegen Caro gewonnen. Da Caro zwei Strafen kassierte, sah es zunächst nicht gut aus für die JClerin. Doch wer Caro kennt, weiß, dass immer mit ihr zu rechnen ist und sie von klein auf beherzt kämpft bis zum Schlussgong. So startete sie in der letzten Minute einen Überraschungsangriff zur Gegenseite und wurde mit Ippon belohnt. So stand die Löwin im Kampf um Bronze. Hier traf sie auf Anja Schneider aus Rüsselheim. In einem ausgeglichenen Duell erhielt die Gegnerin eine Strafe. Carolin griff immer wieder an, zeigte ihre Stärken auch im Bodenkampf. Wieder brachte ein variabler Ansatz zur Gegenseite die Wende. Schneider fiel auf den Po, was mittlerweile mit Yuko bewertet wird. Taktisch klug brachte Carolin diesen Vorsprung über die Zeit und jubelte vierzig Sekunden später verdient über ihr erstes Edelmetall im Frauenbereich.

Akbar und Kaweh sah man am Rande der Siegerehrung zu Recht mit strahlenden Gesichtern und guter Laune. Diese beiden Medaillen schreiben Vereinsgeschichte und sind die Früchte von jahrelanger intensiver und guter Trainingsarbeit.